''1 Jahr Regius'' begleitende Aufzucht von Jörg Pieters (Folge 7)

Folge 7: Der Kleine frisst und wächst 

Ich hatte in Folge 5 und Folge 6 bereits angedeutet, dass ich kein Freund davon bin, den kleinen Tieren nur kleine Futtertiere anzubieten. Ich weiß, dass man dazu neigt, da die Zwerge ja noch so klein und süß sind. Man denkt fast automatisch, dass die ein größeres Futtertier niemals erlegen und fressen können.

Wenn man aber mal überlegt, wie das in der Natur aussieht, erhält man ein anderes Bild. So ein kleiner Königspython hat viele Fressfeinde und ist dank seiner geringen Größe ein leichtes Opfer. Es gibt auch keine Eltern, die sich liebevoll um ihn kümmern und ihn beschützen, wie das bei anderen Tieren der Fall ist. Der Kleine ist komplett auf sich alleine gestellt.

Sein Bestreben kann dementsprechend nur sein, möglichst schnell zu wachsen. Der kleine Königspython wird also alles „angreifen“, was er auch vertilgen kann. Je größer, desto besser.

Das ist übrigens ein wichtiger Punkt! Die Tiere können wirklich einschätzen, was sie lediglich „töten“ und was sie „verspeisen“ können. In der Regel greifen sie nur an, was sie auch vertilgen können. Man kann also ruhig größere Futtertiere anbieten. Ist es dem Königspython zu groß, dann wird er kein Interesse zeigen.

Kleiner Exkurs: Bei z.B. Tigerpython kann das anders aussehen. Ich habe mal einen wirklich kleinen „Tiger“ gesehen, der eine ausgewachsene Ratte erlegt hat. Fressen konnte er sie nicht, die Ratte war locker dreimal so dick wie er. Aber getötet hat er sie problemlos. Man sollte also die Kraft, die so ein kleines Tier hat, niemals unterschätzen. Ein Köpy könnte das wohl auch, wird es in der Regel aber nicht tun. Bezüglich der Größe stehen sie eher auf passende Futtertiere - umweltfreundlich quasi.

Adulte Mäuse gehen aber, wie gesagt, immer. Kleiner braucht man normalerweise nie. Diese adulten Mäuse gibt man den Kleinen dann alle 5 Tage - zumindest mache ich das so. Wobei der kleine Pewter sich auch schon eine VZM mit 45 Gramm einverleibt hat.

Hierzu direkt drei Anmerkungen:

1. Vielzitzenmäuse (VZM) sind sehr nahrhaft, was man am Gewicht schon sieht. Eine Ratte mit dem gleichen Gewicht ist in der Regel sichtbar größer, und wird dann auch eher nicht angenommen.

2. VZM scheinen sehr „interessant“ zu riechen. Jedenfalls sind sie als Futtertiere fast sowas wie der „Problemlöser Nummer 1“, wenn ein Tier mal nicht ans Futter geht.

3. Das Dumme ist, dass Köpys gerne mal auf VZM „hängen bleiben“. Sie also nichts Anderes mehr annehmen, wenn sie einmal „auf den Geschmack gekommen“ sind. Daher würde ich VZM nur bei problematischen Tieren und auch nur einmal anbieten, damit sie überhaupt selber ans Fressen gehen. Danach würde ich nur noch normale Mäuse anbieten.

Solche Probleme habe ich mit dem Pewter nicht. Der Bursche frisst, als gäbe es kein Morgen. „Futterfest“ ist da noch untertrieben. Zuletzt hat er sich zwei adulte Mäuse einverleibt. Ich muss also eher etwas bremsend eingreifen, denn fressen würde er wohl täglich.

Und wie das so ist, wenn man einen solchen Blog schreibt: Will man das Tier wiegen, um das Wachstum zu dokumentieren, dann ist die Batterie der Küchenwaage leer (was laut der besseren Hälfte natürlich nur daran liegt, dass man dauernd Schlangen wiegt, ist ja klar). Wäre auch kein Thema, wenn das blöde Ding nicht eine Knopfzelle bräuchte, die man nicht an jeder Ecke bekommt. :-/

Ein kurzes Bild ging dann doch noch. 299gr. Für rund 6 Monate mehr als perfekt.

Euer
Jörg

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