''1 Jahr Regius'' begleitende Aufzucht von Jörg Pieters (Folge 14 )

Folge 14  - Auftauen von Frostfutter

Lebende Futtertiere zu verfüttern birgt immer ein gewisses Verletzungsrisiko für die Schlange. Immer beliebter wird deswegen die Nutzung von Frostfutter, was auch weitere Vorteile mit sich bringt (Nachteile natürlich ebenso).

Unterschiedliche Herangehensweisen gibt es aber beim Auftauen der gefrorenen Futtertiere, und darum soll es in diesem Artikel gehen.

Wie immer gilt: Viele Wege führen nach Rom und alle sind sicher ähnlich gut geeignet.

Auftauen im Kühlschrank

Bestimmt die sanfteste Methode überhaupt, etwas aufzutauen. Allerdings, bezogen auf Frostfutter, ebenso bestimmt auch die unbeliebteste. Nicht jeder findet den Gedanken prickelnd, dass neben seinem Aufschnitt eine tote Maus im Kühlschrank liegt. Hat man dieses Problem nicht, kann man das gefrorene Futtertier einfach über Nacht in den Kühlschrank legen, dann ist es am nächsten Tag perfekt aufgetaut. Nachteil: Mal eben ad hoc füttern geht nicht.

Auftauen in der Sonne, unter einer Lampe etc.

Bestimmt die schnellste Methode, allerdings auch die am wenigsten zu empfehlende. Eigentlich würde ich sogar absolut davon abraten. Licht (verbunden mit Wärme) ist perfekt für Bakterien, und die möchte man wohl kaum am Futtertier haben (oder nicht mehr als nötig, um es präzise auszudrücken). Hier also ein klares Nein.

Auftauen auf einer Wärmequelle

Recht gut geeignet ist hingegen zum Beispiel eine Heizmatte, auf die man das gefrorene Futtertier legt. Idealerweise in Zeitungspapier oder dergleichen eingewickelt, um den Faktor Licht auszuschließen. Nachteil: Nicht jeder hat eine Heizmatte „herumliegen“. Außerdem sollte man die Heizmatte nach jedem aufgetauten Tier säubern und bestenfalls desinfizieren, was den Aufwand erhöht.

Auftauen in Wasser (meine Empfehlung)

Die meiner Meinung nach beste und praktikabelste Variante ist das Auftauen in kaltem Wasser.

Wieso kaltes Wasser? Das hat nichts damit zu tun, dass kaltes Wasser angeblich schneller auftaut als warmes, denn das stimmt so gar nicht. Es taut aber sanfter auf. Ist das Wasser warm oder zu warm, kann es passieren, dass das gefrorene Tier aufplatzt. Das liegt wohl an Gasen, die dann zu schnell freigesetzt werden. Ehrlich gestanden kenne ich den Grund nicht genau, mir reicht schon, dass das kein schöner Anblick ist. Deswegen kaltes Wasser.

Das aufzutauende Tier in einen Gefrierbeutel tun und diesen dann in einen Behälter mit kaltem Wasser hängen. Vorteil: Es ist eine saubere Angelegenheit, den Beutel kann man nach dem Auftauen entsorgen, den Behälter immer wieder verwenden.

Erwärmen nach dem Auftauen

Egal welche Methode man zum Auftauen auch wählt, das Futtertier muss vor dem Verfüttern auf normale Temperatur gebracht werden. Mit „normal“ ist Körpertemperatur gemeint, also irgendwas um die 38 Grad. Keine Sorge, auf ein paar Grad kommt es hier nicht an. Man muss das nicht mit einem Thermometer überprüfen, mit der Hand fühlen reicht.

Ich würde auch hier wieder Wasser empfehlen. Einfach das kalte Wasser aus dem Behälter schütten und warmes Wasser (so circa Badewannenwasser-Temperatur) hineinfüllen. Dann das aufgetaute Tier, immer noch im Beutel, hineintun.

Sehr erfolgreich ist es wohl auch, das aufgetaute Tier mit einem ganz normalen Föhn auf die gewünschte Temperatur zu bringen (logischerweise ohne den Beutel). Dabei soll es hilfreich sein, wenn das Tier von vorne angeföhnt wird, also der Kopf nachher am wärmsten ist. Ich habe das noch nicht probiert, es macht in der Theorie aber durchaus Sinn.

Zeiten oder Dauer

Wie lange das Auftauen oder das Erwärmen dauert, kann man nicht pauschal sagen. Es hängt von zu vielen Faktoren ab. Hier hilft nur ausprobieren, man kriegt da schnell ein Gefühl für.

Mal ganz grob am Beispiel einer adulten Maus:

Nach 2 Stunden in kaltem Wasser ist die Maus ganz sicher komplett aufgetaut. Weitere 15 Minuten in warmen Wasser (um die 38 Grad) und die Maus kann verfüttert werden.

 

Euer
Jörg

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