''1 Jahr Regius'' begleitende Aufzucht von Jörg Pieters (Folge 15 )

Folge 15  - Wetbox-Alternativen zum Befüllen 

Eine Wetbox ist eine praktische Sache. Letzten Endes ist es nichts weiter als ein Versteck, wovon man sowieso mehrere braucht. Aber eines, was sehr einfach auch recht feucht gehalten werden kann. Das macht es meiner bescheidenen Meinung nach fast zu einem „Must have“ in der Königspython-Haltung. Natürlich geht es auch ohne, aber praktischer ist es schon mit einer Wetbox.

Ein Problem in der Köpy-Haltung ist die passende Luftfeuchtigkeit. Der normale Wohnraum hat hierzulande 50-60%, im Winter bei „Heizungsluft“ eher noch weniger. Da es im Terrarium deutlich wärmer als im Wohnraum ist, nimmt die Luftfeuchtigkeit entsprechend ab. Unter Umständen kommt man im Terrarium ohne weitere Maßnahmen nur auf um die 40%. Das ist viel zu wenig und macht sich bei der Häutung bemerkbar, die dann nur in Fetzen stattfindet. Also sprüht man, um die Luftfeuchtigkeit zu erhöhen. 60-70% sind ausreichend, wenn man in der Häutung nochmal auf ca. 80% erhöht.

Mit einer Wetbox kann die Luftfeuchtigkeit im Terrarium dauerhaft bei rund 60% liegen. Denn in der Wetbox sind völlig problemlos 80-90%, und zwar immer. Meiner Erfahrung nach nehmen die Tiere die Wetbox auch sehr gerne an. Manche sogar so gerne, dass sie sich darin nicht nur häuten, sondern auch gerne Kot und Urin ablassen.

Damit sind wir auch beim Punkt: Das üblicherweise in einer Wetbox verwendete Sphagnum-Moos ist zwar perfekt für die Luftfeuchtigkeit, aber auch nicht gerade günstig. Welche Alternativen gibt es?

Erde in einer großen Wetbox

Hat man eine große Wetbox, so kann man am Moos sparen, indem man erst einmal eine Schicht Erde in die Box bringt. Erst darauf kommt dann eine Lage Sphagnum-Moos. Damit lässt sich der Verbrauch an Moos durchaus bis auf ein Drittel reduzieren. Das Klima in der Wetbox bleibt perfekt und hält sich lange, da auch die Erde Feuchtigkeit speichert und wieder abgibt. Allerdings neigt Erde dazu, zu schimmeln. Darauf muss man achten.

Küchenpapier - der Spartipp

Die günstigste Variante ist es, Zewa zu verwenden. Dabei am besten nicht das Original, sondern das günstigste, was man bekommen kann. Hier geht es um Zusatzstoffe, die dem Papier beigesetzt sein können. Unter dem Markennamen „Ja“ gibt es bei real (oder war es REWE?) wirklich preiswertes Küchenpapier. Allerdings wird die Feuchtigkeit nicht lange gehalten, das Küchenpapier trocknet doch vergleichsweise schnell, da es einfach nicht so viel Wasser speichern kann. Wirklich natürlich ist es auch nicht, dafür aber extrem schnell erneuert und ebenso preiswert.

Geschirrtücher

Auch nicht gerade natürlich, aber zumindest weicher (falls das die Schlange interessiert) sind Geschirrtücher. Da sie normalerweise zum Abtrocknen von eben Geschirr gedacht sind, speichern sie Wasser recht gut. Das Klima in der Wetbox hält sich somit recht lange. Wurde uriniert oder gekotet müssen die Geschirrtücher ausgetauscht und die benutzten gewaschen werden. Ein Drama ist das allerdings nicht, so dass dies schon eine gute Alternative ist.

Microfaser-Tücher

Alles, was ich gerade zu Geschirrtüchern geschrieben habe, gilt auch hier. Allerdings sind Microfaser-Tücher in der Lage, noch mehr Wasser zu speichern und lassen sich noch besser reinigen. Sie haben also noch einen kleinen Pluspunkt gegenüber den Geschirrtüchern, sind aber auch eine Idee teurer.

Vermiculit - der Tipp

Vermiculit ist das wohl am weitesten verbreitete Brutsubstrat. Es nimmt extrem viel Wasser auf und gibt es langsam wieder ab. In einem Brutapparat soll es 60 Tage und mehr die Feuchtigkeit halten, und tut es auch. Diese Eigenschaft macht es schon perfekt für eine Wetbox. Im Falle von Kot oder Urin muss auch nicht das komplette Substrat getauscht werden, sondern man kann mit einem Löffel den verdreckten Teil entfernen und bei Bedarf erneuern. Mit circa 80 Cent pro Liter ist Vermiculit auch noch sehr günstig.

Schlusswort

Es kann sein, dass die eigene Schlange bestimmte Vorlieben hat. Gerade der Königspython ist da ein Spezialist. Sphagnum-Moos wird als Untergrund in der Wetbox eigentlich immer gerne angenommen (vielleicht wirklich, weil es so schön weich ist), alle anderen Alternativen muss man ausprobieren. Es nutzt ja nichts, wenn das Vermiculit das perfekte Klima sogar über Wochen schafft, vom Tier aber nicht akzeptiert wird. Dann muss man eventuell eine kleine Schicht Sphagnum-Moos darüberlegen. Es ist also unter Umständen etwas experimentieren angesagt, um die für den eigenen Köpy und sich selbst die perfekte Lösung zu finden.

Euer
Jörg

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