''1 Jahr Regius'' begleitende Aufzucht von Jörg Pieters (Folge 13 )

Folge 13  - Wichtiges Untensil-Eine Waage

Ich habe schon einiges vorgestellt, was als nützliches Tool anzusehen ist. Ein sehr wichtiges Tool oder Utensil aber irgendwie übersehen, wahrscheinlich weil es so naheliegend und eigentlich selbstverständlich ist: Eine Waage.

Die Waage spielt dabei in verschiedenen Szenarien eine Rolle und sollte deswegen schon recht genau sein. Auch sollte eine ausreichend praktische Nutzung gegeben sein. So ist es zum Beispiel umso praktischer, je größer die Fläche der Waage ist.

Welche Waage ist geeignet?

Diese Frage ist recht einfach beantwortet: Fast jede Küchenwaage ist geeignet. Sie sollte natürlich digital sein, sonst lässt sich nur schwer auf das Gramm genau das Gewicht ablesen. Auch sollte die Funktion vorhanden sein, die Waage auf „Null“ zu stellen, wenn ein Gefäß darauf steht (Tara). Die Fläche sollte nicht zu klein sein, eventuell müssen später mal größere Gefäße zum Wiegen darauf Platz finden. Ferner sollte die Waage mindestens bis 2 Kilogramm wiegen können (besser noch bis 5 Kilogramm).

Die meisten Küchenwaagen, die man heute findet, erfüllen alle Kriterien und kosten nicht die Welt. Manche sind so genau, dass sie auch als Briefwaage dienen können. Für unsere Zwecke ist das zwar fast zu viel des Guten, aber schaden kann zu viel Genauigkeit auch nicht. Manche Waagen bieten eine „Hold-Funktion“. Bedeutet, dass Messergebnis wird noch eine Zeit lang angezeigt, auch wenn das Messgut bereits von der Waage genommen wurde. Nicht nötig, aber praktisch, wenn das Display beim Wiegen nicht zu sehen ist.

Preislich bewegen wir uns hier in einem Rahmen von 10 bis 30 Euro, wobei es viele Waagen genau in der Mitte gibt und somit für 15 Euro alles mitbringen, was man als Terrarianer eben braucht. Man kann fast sagen, dass man eher nach Optik entscheiden kann.

Kommen wir jetzt zu den Einsatz-Szenarien…

Königspython wiegen generell

Früher hat man sich um das Gewicht wenig gekümmert, sondern eher versucht, die Länge des Tieres zu messen. Wer das mal versucht hat, wird schnell festgestellt haben, dass das ein unmögliches Unterfangen ist - jedenfalls wenn man ein nur halbwegs genaues Ergebnis haben möchte. Die abgestreifte Haut einer Schlange zu messen, nutzt auch wenig, da diese gedehnt ist. Man kann zwar grob sagen, dass man 10-20% der Länge abziehen kann, um die Länge der Schlange zu haben. Aber von genau ist auch das weit entfernt. Wiegen hingegen ist genau, genauer geht es nicht.

Kommen wir zu der Frage, wie oft man wiegen sollte. Das handhabt sicher jeder anders. Ich selber wiege die Babys oder Jungtiere relativ regelmäßig so alle zwei Wochen. Die größeren Tiere fast nur noch, wenn es mir gerade mal in den Sinn kommt. Solange es keine Probleme gibt, ist eine genaue Bestimmung des Gewichts auch gar nicht nötig.

Wiegen in der Fresspause

Legt der Köpy eine Fresspause ein, die sich länger hinzieht (mit länger ist jetzt keine Pause von zwei Wochen gemeint), dann macht es Sinn, regelmäßig zu wiegen. Dauert die Verweigerung mehrere Monate an, sollte man mindestens einmal pro Monat das Gewicht kontrollieren, eventuell sogar alle zwei Wochen. Wichtig ist in dem Fall, wirklich regelmäßig zu wiegen. Hält das Tier sein Gewicht einigermaßen, ist alles im grünen Bereich. Nimmt es aber deutlich ab, ist der Gang zum Tierarzt angeraten, es könnten Krankheiten oder Parasiten im Spiel sein. Hier kommt dann auch die Genauigkeit der Waage zum Tragen.

Wiegen der Futtertiere

Nicht nur bei der Schlange macht es Sinn, das Gewicht zu überprüfen. Gerade Anfänger tun sich oft schwer, das richtige Futtertier auszuwählen. Auch hier hilft die Waage.

Eine grobe Faustregel besagt, dass man möglichst 15% des Körpergewichts der Schlange füttern sollte. Wiegt die Schlange zum Beispiel 200g, dann sollte das Futtertier 30g auf die Waage bringen. Bei einem Tier von 500g wären es dann schon 75g, bei einer Schlange mit 1 Kilogramm entsprechend 150g usw.

Hinweis: Das ist nur ein Richtwert! Es ist nicht schlimm, wenn es mal 20 oder gar 25% des Körpergewichts sind. Gerade bei Babies und Jungtieren liegt man öfter über den 15%. Man kann dann ja das Futterintervall verlängern und entsprechend erst später erneut füttern. Bitte die 15% nicht zu genau nehmen, sie sind nur ein recht guter Richtwert. Nicht mehr und auch nicht weniger.

Eine Waage ist auf jeden Fall praktisch, um überhaupt das Gewicht von der Schlange und des Futtertieres zu kontrollieren. Mit etwas Erfahrung sieht man dann schon, welches Futtertier nun angesagt ist. Anfänger hingegen sind oft erstaunt, was ein Köpy so verdrücken kann und füttern oft zu klein. Daher würde ich denen absolut zu einer Waage raten.

Wiegen während der Zucht

Während der Zucht ist das Wiegen auch ein sehr probates Mittel. Weibchen, die erfolgreich gepaart haben, können zunehmen, obwohl sie in der Zeit nicht fressen. Männchen hingegen stellen oft das Fressen vor der Paarung ein und nehmen etwas ab. Die Weibchen hingegen hauen vor der Verpaarung oft richtig rein, um genug Reserven für die Fresspause zu haben. Auch hier leistet eine Waage so alle vier Wochen gute Dienste.

Apropos Zucht: Weibchen unter grob 1,6 Kilogramm sollte man nicht verpaaren, die Risiken sind zu groß.

Fazit:

Als Terrarianer sollte man eine Waage besitzen. Die meisten werden sowieso eine passende Küchenwaage ihr Eigen nennen. Sollte jemand im Haushalt den Gedanken nicht so prickelnd finden, dass damit auch Schlangen und Mäuse, Ratten etc. gewogen werden - und ja, das gibt es - dann kauft man eben eine Waage nur für die Tiere. Bei den genannten Preisen ist das keine ruinöse Praktik.

 

Euer Jörg

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